Essen

Anzengruber: Das Schnitzel und die Atmosphäre muss erst einmal einer besser machen.

Charly P’s Vorn gibt’s Fußball und Zigarettenrauch, hinten weit mehr als nur ausgezeichnetes Pub Grub. Das einzige Problem: Der Burger und die Fish and Chips sind so gut, dass ich viel zu selten etwas von der ebenfalls stets hervorragenden, interessanten, saisonalen Speisekarte bestelle. Wechselnde Gastbiere, für ein Pub erstaunliche Weinauswahl.

Es gibt Reis  Restaurant mit nordthailändischen bis burmesischen Streetfood-Klassikern. Neben Essen gibt’s auch jede Menge eigene Cocktails, etwa mit Thaiwhiskey. Klingt nach einer super Mischung, war es bei meinen ersten zwei Besuchen auch. Vor allem der vergorene Teeblatt-Salat hat mich überzeugt. Ich freu mich auf mehr.

Gasthaus Wolf: Ein bisserl tagesabhängig, aber wenn das Wolf-Team in Form ist, dann gibt es hier ganz ungewöhnlich kreatives, abwechslungsreiches und richtig gutes Beislessen. Und äußerst gemütlich ist es sowieso.

Glacis Beisl – Grundsolide Wiener Küche und eine ganz erstaunliche Weinkarte, die man hier nicht erwarten würde. Sehr gute Option, wen man mit wenig experimentierfreudigen Essern unterwegs ist, und trotzdem auf seine Kosten kommen will.

Kent Institution und Platzhirsch in der Brunnengasse. Türkische Hausmannskost zu Kampfpreisen. Verkatert gibt es kaum besseres als das Frühstück hier, vor allem, wenn man Omelett mit Schafskäse und/oder Köfte mit gegrillten scharfen Pefferoni bestellt. Und den Milchreis muss auch erst einmal einer besser machen.

Kiang Dine and Wine Weinbar und chinesisches Tapas-Lokal am Serviettenplatz. Klingt nach einer seltsamen Mischung, funktioniert aber hervorragend. Zu Essen gibt’s liebevoll gekochte kleine Portionen chinesischer Klassiker wie Quallensalat, scharfen Kutteln oder tausendjährige Eier, viele Innereien, ein bisschen Fisch und Gemüse, und eine wirklich außergewöhnlich gute Burger-Interpretation: geschmorter Schweinebauch in frisch gebackenen Buns, die an englische Muffins erinnern. Kommen Sie zu vielt und kosten Sie möglichst alles. Der Wein, den der Hausherr dazu aussucht, passt hervorragend zum Essen und kostet erfreulich wenig.

Kuishimbo Winzige japanische Suppenbar am Naschmarkt. Keine Ramen, aber ganz köstliche Udon und Soba Schüsseln, mit diversen Einlagen und brennheiß serviert.

O Boufés – Konstantin Filippous Bistro, wo es des Meisters Köstlichkeiten günstiger und auf Tellern zum Teilen gibt. Aufregendes Essen, ungewöhnliche Weine – Wiens Antwort auf die Bar Brutal in Barcelona.

Ostwind Rustikale Sichuanküche, die fast so scharf gewürzt wird wie in Chengdu. Stillt zuverlässig China-Sehnsucht. Empfehlung: Teufelsnudeln und Wontons.

On, On Market, Chinabar, Chinabar an der Wien Simon Xie Hong hat sich mittlerweile ein kleines Chinarestaurant-Imperium aufgebaut. Alle vier Lokale schauen außergewöhnlich gut aus und in allen kann man außergewöhnlich gut essen, wenn man mit etwas Bedacht bestellt. Generell gilt: mit Vorspeisen und vor allem Innereien kann man hier nicht viel falsch machen. Mein Liebling der vier ist die Chinabar an der Wien mit Sichuanküche.

Petz im GußhausDas beste mir bekannte Wirtshaus der Stadt. Christian Petz zeigt, dass auch so was verlottertes wie Wiener bzw. Österreichische Küche so richtig gut sein kann, wenn einer leidenschaftlich, kreativ und ohne Scheu kochen kann. Nicht gerade Beisl-Preise, aber jeden Cent wert.

Pizza Mari und Disco Volante Die ersten und für mich immer noch besten guten Pizzerias der Stadt. So wie alle Pizzerias in Wien haben auch die beiden ihre guten und ihre schlechten Tage, aber erstere sind deutlich häufiger als letztere, und wenn die Pizza hier gut ist, dann ist sie wirklich sehr gut. Bei Pizzas mag ich es puristisch und bestelle immer die Buffalo oder die Diavola. Die erste Location, die Mari, ist meiner Meinung nach stimmungsvoller, in der Disco Volante bekommt man deutlich leichter einen Platz.  

Reisingers Lust auf Pastrami, aber leider grad in Wien? Hier kann Ihnen geholfen werden. Ganz manchmal gibt’s sogar Fish and Chips.

Vietthao Vietnamesisches Restaurant direkt am Karlsplatz. Nicht hübsch, aber konstant ganz köstlich. Ich habe hier unzählige Male gegessen und bin nie enttäuscht worden. Lieblingsspeisen: Ban Beo, der geschmorte Schweinebauch, der gegrillte Fisch, der Papaya und der Pomelo Salat und der Spezialpho mit Leberstücken. Seit ich diese Geschichte geschrieben habe, habe ich nicht mehr bezahlen dürfen, obwohl ich es nachdrücklich versucht habe. Auch wenn Sie ganz normal die Rechnung bekommen und ordentlich Trinkgeld geben ist das hier Value for Money. Eines meiner liebsten Lokale in der Stadt.

Wetter Italienisches Restaurant eines Schweizers und einer Vorarlbergerin am Brunnenmarkt. Er kocht, sie schmeisst den Service. Kreative Küche mit frischen Zutaten vom Bauernmarkt vor der Tür, oft spannende Gemüsegerichte, und wenn Sie Glück haben gibt’s auch hausgemachte Würste und andere Charcuterie-Produkte. Wenn Sie Pilze oder Wild auf der Speisekarte sehen, bestellen Sie es. Einer der ganz ganz (ganz) wenigen tollen Italiener der Stadt.

Zum Friedensrichter: Ein phänomenales Backhendl und eine schöne Weinkarte mit ein paar Feinheiten aus den 90ern.

Weniger als drei Mal besucht

Leontine – Superber Franzose mit modernem französischen Bistro-Essen mit leichten Japan-Einschlag. Beim ersten Mal sehr fein.

Lingenhel – Wahrscheinlich der beste Käseladen der Stadt, mit herrlichem, hausgemachten Frischkäse von dem großen Käser Robert Paget. Auch das Bistro kann was – wenig erstaunlich (und Gottseidank!) Milchprodukt-lastig, reduziert, sehr gut.

Karma Ramen Seit Jahren hoffe ich auf einen Ramenladen in Wien, nun hat endlich wer einen aufgesperrt.