Mach mich Miso

Es gibt ein paar Dinge, die machen fast alles besser, womit sie in Berührung kommen – allen voran weiße Trüffel und Miso. Ich gebe mir große Mühe, beide soweit wie möglich regelmäsig zu genießen, mit unterschiedlichem Erfolg. Die Trüffel widersteht hartnäckig allen Kultivierungsversuchen, kostet ein Schweinegeld und ist nur zu bestimmten Zeiten zu haben. Während der Pilz bei uns als Köstlichkeit anerkannt und gewürdigt ist, führt Miso immer noch ein bisschen ein Schattendasein. Dabei ist es theoretisch sogar zu Hause und aus heimischen Zutaten machbar.  Weiterlesen

Einbrennte Hund mit wildem Kerbel

Eines der vielen schönen Dinge am Frühling ist, dass es für ein paar Wochen selbst für unbedarfte Stadtbewohner sehr leicht wird, sich sein Essen selbst zu sammeln. Oder zumindest Teile davon. Heuer hat es mir der wilde Kerbel besonders angetan.  Er hat einen ganz wunderbaren, eigenen Geschmack: eine Portion Anis, ein Hauch Kümmel, eine Idee Lakritze, gleichzeitig frühlingshaft-grün, jugendlich frisch – eine noble, verspielt-raffinierte Variante des ruppigen Estragon. Weiterlesen

Den Frühling in die Pfanne hauen

Die Familie der Schlauchpilze hat viele große Söhne und Töchter hervor gebracht. An Heldentaten unerreicht ist wohl das Penicillin, dem ein Großteil von uns sein Leben verdankt, dicht gefolgt von der Hefe, ohne der es weder Wein, Bier, Brot oder Bagels gäbe. Kein Wunder also, dass die Schlauchpilze sich auch als Speisepilz nicht lumpen lassen – und uns die Trüffel und die Morchel schenken. Weiterlesen

Thailands gelbe Revolution

Wenn Wichit Saiklao, 43, über seine Arbeit spricht, dann klingt er ein bisschen wie ein Revolutionär. „Es ist erstaunlich, was alles passiert, wenn Menschen nur merken, dass Veränderung möglich ist“, sagt er dann, oder „Ich allein kann nicht viel bewirken, aber wenn wir hunderte, tausende sind, dann können wir alles verändern.“ Jeden Sonntag öffnet er daher sein Haus in Bangkok für junge Menschen aus dem ganzen Land und unterrichtet sie in seiner Kunst: wie sie mit ein paar Eimern zu Hause Bier brauen können. Weiterlesen

Die Zähmung der Kutteln

Am Mercat del Santa Catarina in Barcelona gibt es einen Stand, der nach dem Besitzer schlicht „Toni“ heißt und an dem nur Innereien verkauft werden: rohe Köpfe vom Schaf und gekochte vom Kalb, Zungen jedweder Größe und Herkunft, diverse Lungen, Milzen, Nieren und Lebern, Stierhoden, Lammhirne und Kutteln verschiedenster Provenienz und Reinigungsgrade. An so etwas kann ich nicht vorbeigehen – weswegen es hier diesmal Kutteln katalanisch gibt. Weiterlesen

Vino Nudo

Dominik Portune versorgt seit einigen Jahren Wiens Restaurants mit spannenden Naturweinen, vor allem aus Italien, teilweise auch aus Slowenien, Österreich und ganz ein bisschen aus Spanien. Zu seinen Kunden gehören sehr supere Restaurants wie das Wetter oder Konstantin Filippous o Boufés. Nun hat er auch eine Weinhandlung aufgesperrt, wo Endverbraucher sich mit seinen Köstlichkeiten eindecken können. Jede Woche gibts fünf andere Weine glasweise zu probieren, allfreitagabendlich wird gemeinsam verkostet – eine Freude.

Vor etwas mehr als einer Woche habe ich mich hier mit dem Herrn Fink ein bisserl vertrunken, oben auf dem Foto ist der Einkauf des Abends zu sehen. Ich hätte noch viel mehr mitnehmen wollen.