Wie schmeckt eigentlich…Murmeltier?

Ziemlich gut, wenn Sie es denn kauen können. Das Murmeltier ist, ganz seinem Lebensraum angepasst, ein zäher Hund – bzw., zoologisch korrekter, ein zähes Erdhörnchen, wenn es zu kurz oder zu kalt gegart wird. Marmota Marmota, das Alpen-Murmeltier, lebt oberhalb der Baumgrenze, je nach Region also ab etwa 1800 Metern Seehöhe. Weil das Wetter ihm dort übel mitspielt, hält es für sagenhafte sechs Monate von Oktober bis inklusive März Winterschlaf. 

Weiterlesen

Biberschwanzsuppe

Unlängst bin ich zufällig und unverhofft an einen Biber gekommen, samt seinem prächtigen Schwanz, der ein wenig an ein Paddel erinnert, das mit Echsen- oder Schlangenhaut überzogen ist. Unter tatkräftiger Mithilfe der Gebrüder S. und des Herrn F. haben wir ein mehrgängiges Menü aus ihm gekocht: Es gab knusprige Bibergrammeln und Biberfilet, Medium Rare, rosa gebratene Biberkeule und Biberbauch-Rouladen (klassisch mit Senf und Gewürzgurken gefüllt), und, der Höhepunkt des Abends, Biberschwanzsuppe. Weiterlesen

Die beste Pizza gibt es nicht in Neapel

Neapolitaner sind sehr stolz darauf, dass die Pizza ihrer Meinung nach aus ihrer Stadt kommt. Das mag eine etwas verkürzte Darstellung sein, Pizza ist aber unbestreitbar allgegenwärtig und ein ganz wesentlicher Teil der neapolitanischen kulinarischen Kultur. Ich hatte vergangenen Jahr mehrere Monate Zeit, mich hier durchzukosten. Was folgt ist ein kleiner Guide zu Neapels Pizzakultur – und einige Empfehlungen, wo meiner Meinung nach die besten Pizzen dieser an Pizzen reichen Stadt zu finden sind. 

Weiterlesen

Eine kurze Geschichte des Wiener Strassenessens

Wer in Österreich „Street Food“ sagt, der denkt meist an Thailand, an China, vielleicht an Mexiko, fast immer jedenfalls an ein exotisches Land, Abenteuer, Urlaubsromantik. Dabei gibt und gab es Strassenessen nicht nur in Asien –  in Europa, und auch in Wien, hat es das das ebenfalls immer schon gegeben. Die Straßen Simmerings und Lerchenfelds waren vor gar nicht langer Zeit ähnlich voll mit Garküchen wie heute Chinatown in Bangkok. Weiterlesen

In 80 Fetten um die Welt: Chiliöl in Sichuan

Das rundum heißeste Essen meines Lebens habe ich an einem Juli-Abend auf der Straße in Chengdu gegessen, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan.

Es hatte an dem Tag 45,8 Grad gehabt (ich habe immer noch ein Foto von der Außentemperatur-Anzeige in unserem Auto) und weil Chengdu wie alle chinesischen Großstädte eine Betonwüste ist, hatte sich daran seit dem Nachmittag nicht viel geändert. Die Australiern und ich saßen an einem der unzähligen Plastiktische, die hier am Abend auf den Gehsteigen aufgestellt werden, tranken warmes Bier – wie zum Hohn servieren die Sichuanesen ihr Bier gern bei hoher Zimmertemperatur – knabberten frittierte Erdnüsse und warteten auf unsere Essen.

Wir hatten bestellt, wie wir das in Sichuan oft getan hatten: mit Hilfe eines kleinen Zettels, auf dem einer unserer Guides in Mandarin für uns geschrieben hat: „Bitte bringen Sie uns drei, vier Spezialitäten ihres Restaurants. Wir mögen es gern scharf.“

Weiterlesen

Chicken Tikka Masala: Der Cliff Richard des Essens

Diese wunderbare Geschichte ist nicht von mir, sondern von Christian Cummins und ist zuerst im All You Can Eat Nr. 2, der Fremd-Ausgabe erschienen. Weil es kommende Woche im Gruss aus der Küche um Chicken Tikka gehen wird, poste ich sie hier nochmals. 

Ich habe Chicken Tikka Masala immer für die Art von Curry gehalten, die du bestellst, wenn du zufällig in einem indischen Lokal landest, aber eigentlich kein indisches Essen magst. Es ist, wie Pizza Margarita beim Italiener bestellen: Nichts kann wirklich schief gehen, es wird dich satt machen, und zu viel Bier aufsaugen. Vage orange-rötlich, in Joghurt schwimmend und nicht zu scharf, gibt CTM (wie es liebevoll genannt wird) auch dem Curry-Verächter die Möglichkeit, bei der Curryparty mitgemacht zu haben. Es ist ein höfliches Gericht, unauffällig und langweilig, das kulinarische Äquvalent zu Fahrstuhlmusik, der Cliff Richard des Essens. Und genauso wie Sir Cliff ist es britisch und indisch. Oder? Weiterlesen

A Guide to Vienna Chinatown

Vienna’s Chinese community is growing constantly,  new businesses are opening up and restaurants are starting to cater not only to Austrians, but to fellow Chinese – tourists and locals alike. That means that slowly, slowly even in Vienna, a city with very little Asian food culture, one can get a glimpse of how fantastic Chinese food can be. Here’s a little guide to the most interesting restaurants and shops, and what to order and to buy. A google map with all the addresses can be found here.

Weiterlesen

Der verrückte Mann und das Meer

IMG_5074
Roddie Sloan geht mit seinem Fang an Land

Wenn ich mich für eine einzige Art von Speisetier entscheiden müsste, es wären Meeresfrüchte. Ich kann mich nicht sattsehen an ihrer Pracht und nicht satt essen an ihrer Köstlichkeit, von den rauen Salznoten der Auster über die üppige Süße der Jakobsmuschel bis hin zur jodig perlenden Creme des prächtigen Seeigels. Am liebsten esse ich sie alle roh und ungewürzt, weil ich der Meinung bin, dass ihnen nichts hinzuzufügen ist. Als ich also die Gelegenheit bekommen habe, den wahrscheinlich berühmtesten Meeresfrucht-Taucher der Welt zu besuchen, bin ich hingefahren – auch, wenn es einen Umweg von 1300 Kilometern bedeutete.  Weiterlesen

Asche-Reifung: Schwein

IMG_5021

Vor zwei Wochen habe ich hier über das Ringl’sche Aschesteak geschrieben. Nun kann man Rindlfeisch auch ganz einfach trocken reifen lassen, mit Schwein und Faschiertem geht das weniger leicht. Die Claudia Ringl war nun so nett, noch einmal einen Versuch zu unternehmen: diesmal hat sie ein Schweinskotelett und ein paar rohe Bratwürste für eine Woche in Asche eingelegt. Das Ergebnis habe ich wieder mit dem Herrn Fink verkostet. Weiterlesen

Sheep, Sacks and Strings: The Making of Slovakian Cheese

IMG_3606

Around 8:30 am, after an hour of waiting, it became clear that Igor wouldn’t show up any time soon. He had promised to meet us early this morning to take us in his jeep up to the mountains where his 2000 sheep graze. We wanted to watch and photograph the daily milking, still done by hand on the meadow by shepherds who spend all summer up there with the animals. Now our mission was on the verge of failing.

The night before we had left Igor around midnight with a freshly opened but already half empty bottle of Borovička (Slovakian juniper Schnaps), a full beer, a few pieces of smoked nite, Slovakian string cheese, and the company of Stephan and Veronika, our travel mates. All we found in the morning was Stephan’s car in a ditch and no trace of our friends, the Schnaps, or Igor. Weiterlesen